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Zeller Mundart / Zeller Platt


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s-z

Sackdooch, Säckeldooch Taschentuch
Saichoames Ameise
Saichoamesekubbe Ameisemhaufen
Säij Sieb
saije urinieren, "die Saijschbix" = verächtlicher Ausdruck für eine Frau, der man Schlechtes nachsagen will
Schabbat im Wuchs zurück gebliebene Pflanze oder auch Tier und Mensch, auch schäbiger Mensch
Schabrack von "Schabracke", Schimpfwort für alte Frau, "ahl Schabrack" = alte Schabracke
Schähmel Farnkraut, spez. Wurmfarn
schäijse Stuhlgang haben
Schäisabubatsche liebevoll für kleiner Wicht
schamba sauer, bitter
Schandarm Gendarm (franz.), Polizist
schänne schimpfen
Schäppnetzje Köcher zum Fischfang, wörtl. "Schöpfnetz"
Schäppsche kleiner Schoppen Wein, "Schäppschesglas" = Schöppchenglas
Schäselong Sofa, von "chaiselongue" (franz.)
scheere scharren, beiseite schieben
Schees Karre, Fahrzeug, "Kennaschees" = Kinderwagen, von "chaise" (franz.), Stuhl
Scheijssgässje Gasse bzw. Durchgang von der Balduinstraße in Höhe Hotel Grüner Kranz zur Oberstraße
schepp schief, krumm
scherbse kratzen
Schessa Durchfall, "äisch honn de Schessa wie dorsch siewe Beada Räwe" = ich habe Durchfall wie durch sieben Bündel Rebenholz
Schinnootz, dat Luder, Biest, schlechtes, böses Weib
schläiwe schleifen, "demm Broutpaar gett via da Hochzent geschliff" = dem Brautpaar wird vor der Hochzeit geschliffen, d. h. früher wurden z. B. mit einem großen Baumsägeblatt an der "Hillisch" = Polterabend, laute Schleiftöne verursacht
Schlappe Hausschuhe, auch für schlechtes oder abgenutztes Schuhwerk
Schlappeflicker unkonzentrierter Mensch ohne Elan
Schlicks Schluckauf
Schlink Türklinke
Schloofmetsch Schlafmütze, Langweiler
schlooße hageln, "et schlooßt", es hagelt
Schlouder Schleuder, auch Splitter in der Haut, "dä hott sich en Schlouder gefang"
Schloudermast Fährmast an welchem das "Schlouderseil" = Schleuderseil, angebracht ist, daran läuft die Rolle der Gierfähre hin und her
Schmear Butterbrot
Schmeck Schramme (auf der Haut, im Geschicht), auch Peitsche
Schmecklecker Geniesser
Schmelfje kleine Sichel, kleine "Häb", "oofgeschafft Häb" = abgenutzte Häb
schnaigisch besonders gut
Schness Mund, Maul
schnoddere schnell und abgehackt sprechen, "Schnodderschness" = Schnattermaul
Schnooke Stechmücken
Schnookepeedsche die Vertiefung zwischen den Brüsten der Frau, so genannt nach der Annahme, die Schnooke, die Stechmücken, würden dort von oben einwandern und auf dem Peedsche, dem Pfad zwischen den Brüsten, nach unten krabbeln
schnouse geniessen, naschen
Schohsie höherwertige Straße, Chaussee, die B 421
Schoofskopp Depp, von "Schafskopf"
Schooschinner Schuheschinder, jemand der die neuen Schuhe immer gleich wieder kaputt macht und ständig neue Schuhe braucht
Schooschde Schornstein, Kamin
Schoude Gauner
Schouf Schauer, Regenschauer, "en schwer Schouf", eine schwere Regenschauer
schraake, Schraak schreiten, große Schritte machen, Schritt
schrääf ausgedörrt
schrooh hässlich, fies, gemein, "en schrooh Loda" = ein hässliches oder auch gemeines Weib
schubbe, schubbse schieben
Schularanze Schultasche zum Tragen auf dem Rücken, auch nur "Ranze"
Schwaardlabbe Schwätzer, Großmaul
Schworzkloose Spitzname für die Bewohner aus Merl, heutiger Stadtteil von Zell
Seesschmear süßer Brotaufstrich, Marmelade
Seideleisje Wiesenschaumkraut, auch Bezeichnung für einen empfindlichen Menschen, für eine Mimose
Sellbäsch kleiner Fisch mit Stacheln auf dem Rücken, die Kinder haben sich einen Spaß daraus gemacht, hier einen Korken aufzustecken, so dass der Fisch nicht mehr untertauchen konnte, auch "Rotzbäsch"
Setzkooscht Hacke, welche zum Setzen von Pflanzen benutzt wurde, in der Regel zum Setzen von Rebstöcken
Silk Angelschnur
Soardel Gartenflurstück im Corrayer Berg, von "Sattel"
Soomelisja wörtl. "Samenelisabethen", von "Samen" und "Elisabeth", Bezeichnung für eine Zeller Einzelhändlerin, die Samen verkaufte, die Soomelisja sind heute eine kanrnevalistische Frauengruppe, das Soomelisjalied
soudele, Soudeler, Soudel schlabbern, (ein Glas) umschütten, Soudeler = Schlabberer, Soudel = Rest in der (Wein-)flasche
Soufbähnsche Saufbähnchen, liebevolle Bezeichnung für die ehemalige Moseltalbahn, damals noch mit Dampf betriebende Züge
Späggesje kleiner Köder zum Angeln, von "Speck"
Spengele Stecknadeln
spinkse nachschauen, vorwitzig gucken
Spoutzamännche Wunderkerze
spoutze, ousspoutze spucken, ausspucken
stäibe stützen, bei Hochwasser im Keller die Fässer nach oben abstützen, damit sie keinen Auftrieb bekommen
Stäifläda lahmer Mensch, von "Steifleder"
Stäisdrummler Lehrer
Stallhoohs Kaninchen (von "Stallhase")
Stebbel Kork, Stopfen
Steggbeijl Beil, welches man gleichzeitig als Hammer benutzen kann
stegge Weinbergspfähle nachsetzen, auch für fallen (hinfallen9, "äh is runner gesteggt" = er ist heruntergefallen, äh is off dä Osch gesteggt, er ist auf de Hintern gefallen, Steine stegge, gesteggte Stahn, gesteggte Steine, bei einer Mauer werden die Steine in der Regel waagerecht verbaut, z. B. bei einer Bruchsteinmauer kann es sein, dass die Steine der oberen Krone senkrecht "gesteggt" sind
Stimmelsche Stummel, Rest
Stinkstiwwel "Stinkstiefel", Ekel, fieser Mensch
stoche stochen, das Feuer anheizen, in Gang bringen. Man sprach sich früher in regelmäßigen Abständen ab, wer wann seine Brote und Kuchen backen durfte. Der erste in der Reihe hatte Pech, denn er musste den Ofen erstmal anheizen und dafür viel Brennholz opfern (dä moost vill mie stoche wie die annere)
stohtz stolz, stattlich, "stohtz Framensch", stattliche Frau
stooge steif gehen
stouche, zorääscht stouche zurechtweisen
streppe ziehen
Strolle Kothaufen
Strompbändel Strumpfhalter, auch die Jungen trugen früher lange Strümpfe, die über Strumpfhalter an dem Leibchen festgehalten wurden, auch für "kleiner Aal"
Stronk dickes Wurzelstück
strunze, stronze angeben, aufschneiden, eitel auftreten
Strunzpidda Angeber, Aufscheider
Stütz, Stäip größerer Weinkrug i. d. R. zum Umfüllen von Wein
Stuuskoar Handkarre, Schiebekarre für einen Mann, von "Stoßkarre", Lied: "Stußkoar, Moadeskoar, watt hott dä Kerl in d Himm geschiss, watt hott dä Kerl en Duuscht!" = "Stoßkarre, Marktkarre, was hat der Mensch ins Hemd gesch..., was hat der Mensch für n Durst!"
Tacheles rede Klartext sprechen, jemandem etwas sehr genau klar machen
toddele, Toddeler stottern, Stotterer
Toobat dümmlicher Mensch
tooge anfassen, nachfassen, fummeln, "Forelle tooge", Forellen mit der Hand fangen, "Tooger" = einer der den Frauen an die Wäsche geht
Torje Rebstockwurzeln
Trääf Tenne, Speicher
trai untief
Trämmel Knüppel, dicker Stock
trämmele schlagen, "Ness trämmele" = Nüsse mit einem Stock vom Baum schlagen, "met däine Knoche dohn äisch noch Ness trämmele" = mei deinen Knochen (wenn du gestorben bist) schlage ich noch Nüsse vom Baum, gehässiger Nachruf an einen, den man zu überleben glaubt
trämmeledeck total betrunken
Tresda Schnaps, der aus den gepressten Trauben, dem Trester, gebrannt wird, wird an der Mosel leider allzu oft als "ordinäres" Getränk hingestellt, dabei kann er qualitativ mit jeder "Grappa" und mit jedem "Marc" mithalten, siehe auch weiter oben "Hewwe"
Trifft Strömung
Tripsdrilles Narr, Depp
Troddoaar Bürgersteig, von "trottoir" (franz.)
Trollje Gitter, Rollladen
Troonsfunsel lahmer Mensch
Troufnoos Ungeschickter, Tropfnase
tuschuhr immer, fortlaufend, fortwährend, von "toujours" (franz.) immer
tuttzwitt schnell, von toutsuit (franz.)
uhtze, vauhtze verspotten, zum Narren halten
Unnabox Unterhose
Unnahimm Unterhemd
Uustawies Osterwiese, Platz zum Feiern in der Notenau
vaäbbele verulken, zum Narren halten
vabiestat verbiestert, verärgert, von "bies" = böse, "böse gemacht"
vahobast überarbeitet
vahotzelt vertrocknet
vakrombelt verknautscht, verknittert
vameddeleat vermittelt
vapänze (sich) überfressen
vawähje enorm, verwegen
Vawoahrschul Kindergarten, von "Verwahrschule"
vier(e) om Enn, direkt vier(e) om Enn vorn am Ende, direkt vorn am Ende
Visematente Ausreden, dummes Zeug erzählen, von "visiter ma tante" = franz.: meine Tante besuchen, wenn die Soldaten eine Begründung brauchten, um Heimaturlaub gewährt zu bekommen, musste oft die Tante herhalten, welche es zu besuchen galt, "mach keine Visematenten!" = hab keine Ausreden!
Vreckatt Drecksack, kleiner Gauner
Waage dicker Stein, Wackerstein
wachse Licht zunehmender Mond
wäje mäina wegen mir, meinetwegen, von mir aus
wäijle, awäijle jetzt, sofort
wandegä steil(st) nach oben/unten
wänsele herumrollen, kullern
Wärrdiko Vertiko, schmaler hoher Schrank, bestehend aus getrenntem Unter- und Oberteil (aus franz.)
Wärwel Seilumlenkrolle, hängt an einem Balken über dem Dachstuhlfenster zum Hochziehen von z. B. Brennholz, Kohlen usw., "Wärwelsail" = das Seil dazu
wat was (für die Frage: was?), und auch was (für "etwas" - dä hott wat - der hat was)
watze weinen, heulen
Weeg Kerzendocht
Wendebäidel Vorstadt Brandenburg
Wiesbaum lange Stange, wenn der Heuwagen mit Heu beladen war, wurde er damit besfestigt
widdawerdisch widerwärtig, widerspenstig
Widdopp widerborstiger Mensch
windsch, wensch schief, krumm, verdreht
Wingatspeedsche Weinbergspfad
wiwwelisch, wiewelisch unruhig, nervös
Woan, Leidawoan Wagen, Leiterwagen
Woosem Gebiet um den Königsbergwerg
Wuuscht Wurst
Wutz Ferkel, kleines Schwein, "die Wutz rouslohße", das Ferkel rauslassen, überschwenglich feiern
Wutzebubbes Dreckspatz, kleines Ferkel (zum Kind gesagt)
zabbeduusda stockdunkel
zehna Däitz zehner Deutz, Traktor
Zibbel Zipfel, Rock- oder Wurstzipfel, "nawöhse Zippel" = nervöser Mensch
Zinn Terrasse, Zinne
Zohbruut Beigabe, von "Zubrot"
Zonnklempner Zahnarzt
Zoores Durcheinander
Zuht Kaffeekannenausgussschnute
Zukkastaan Bonbons, von "Zuckersteine"
Zwinge kleine Weidenstückchen zum Weinreben binden