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Zeller Mundart - Zeller Platt


Wörter A-G Wörter H-L Wörter M-R Wörter S-Z



m-r

maaije  Schwätzchen halten in der Nachbarschaft oder Verwandschaft 
Mäin  "Meine", meine Frau, meine Ehefrau, andernorts sagt man auch "die Meinige"  
Mäine  "Meiner", mein Mann, meine Ehemann, "der Meinige" 
malad  krank, leidig, von "malad(e)" (franz.) krank  
Mann  Korb 
Mannskerl, Mannsleijt   Mann, Männer 
marju, Maria Jusef stieh ma bäi, marjusebäi  Maria-Josef! Maria-Josef steh mir bei! 
Marmittche  Marmitte (franz.), Essenträger, auch "Ramittche" 
Märwel  Murmel, Spielkugel, auch "Kligga", "Märwele spille" = mit Murmeln spielen, die Kinder versuchten, die Murmeln bei einem Abstand von ca. 2 Metern möglichst direkt in das "Märwelekäijlsche" (kleine Vertiefung im Erdreich) zu werfen, wenn dies nicht gelang, mussten die Murmeln mit gekrümmtem Finger so langer weiter "geschubst" werden, bis sie endlich im "Käijlsche" waren 
Märwelekäilche  kleines Loch im Boden mit ca. 15 cm Durchmesser, in welches die "Märwel" = Murmeln mit gekrümmtem Zeigefinger hineingeputtet wurden 
mätschele, vamatschele   mengen, vermengen 
merrsi  danke, von "merci" (franz.) 
meschugge  verrückt, aus dem Jüdischen 
Mestekoul, Mestepuudel   Jauchegrube, Mistgrube, "Mestepuudelschäppa" = Jaucheschöpfer 
Metzga, Mexda  Schlachter, Fleischer, Metzger, "Mexda" (aus jüd.) 
Minn, Minne   genießbarer Moselfisch 
Moad  Markt 
Moadeskoar  Marktkarre, handgezogene einachsige Karre, auch "Rodelskoar" = Radkarre, die hinten zum Bremsen bei Talfahrt aus dem Weinberg oft mit einem Balken mit angebrachtem "Retschradel", einem Bremseisen, ausgestattet war 
Moadboahr   Marktbrunnen, der "Zeller Schwarze Katz-Brunnen auf dem Marktplatz am Rathaus 
Moadbreck   Marktbrücke, der Marktplatz in Zell wird vom "Zeller Bach" unterflutet, er stellt praktisch eine Brücke dar: die Marktbrücke 
Moadmäscher   Angeber, Hochstapler  
Moadschreia  Marktschreier 
moggelisch, muggelisch   dick, dickfellig, knuffig  
Moggesje, Muggesje   kleiner dicker Fisch, der sich in der Mosel zwischen den Steinen auf dem Grund aufhält 
Moldahiewel  Maulwurfshügel  
Molles  Dickkopf  
Moondche  Mond, Mondchen, Verniedlichung für Mond, zum Kindergedicht "Dat kapotte Mondche" 
Mossdatt  Senf, von "moutarde" (franz.) 
Moldaiewel  Maulwurf 
Moldaiewelkubbe  Maulwurfshügel 
moulmohs (Wäin)   mundvoll, passend, satt schmeckender Wein 
mouschele  mauscheln, schwindeln, dä Mouschela - der Schwindler  
mousisch  heimlich, still, leise  
Mousuhr  Feldsalat, wurde früher zu Beginn des Winters gerne in den Weinbergen gesucht und abgeerntet 
Muff  Händewärmer für Frauen, gepolstertes Stoffrohr, welches mit einem Bändel um den Hals vor dem Bauch zum warm halten der Hände getragen wurde 
Muffkopp  sturer, introvertierter, ungeselliger Mensch 
Muusel  die Mosel, unser Fluss, der sich an Zell vorbei in einer langen Schleife, der Zeller Moselschleife, vorbeischlängelt  
Naache  Kahn, "dou kanns ma de Naache deije", du kannst mir den Kahn drücken, d. h., du kannst mich in Ruhe lassen 
näijpse  jemanden ärgern, necken 
näijst  nichts, "iewahaupt näijst" = gar nichts  
Näijstnotz  Taugenichts, Nichtsnutz  
net woahr?  nicht wahr? 
Nohba  Nachbar 
Nohlaifjes   Nachlaufen spielen 
Noochtsboahr, Noochtsdeppsche   Nachttopf 
nou  jetzt 
Noupse, Noube   Angewohnheiten 
Nowe, Noof   Nabe, Radnabe (Innenteil eines Wagenrades) 
Nuggesje  Stückchen, Stückelchen, nugget (engl.), auch ein kleiner weißer Wurm aus dem Misthaufen als Angelköder 
Nunn  Radsperre bei der Weinbergskarre, auch für "Nonne"  
nuschele  näseln, nuscheln, durch die Nase reden 
Offhäwens  Aufstand, Eklat, Wichtigkeit, "dä micht en Öffhäwens dovunn" = er macht ein Wichtigkeit daraus  
Onfänges  Anzündholz, von "anfangen" 
onfeedere  anfüttern, vor dem Angeln in der Mosel werden die Fische mit Körnern o. ä. gefüttert und somit zum Angelplatz angelockt 
ormeslang  so lang wie ein Arm 
Oosch   der Hintern, das Hinterteil, "am Osch" bedeutet so viel wie "am Ende", "am Osch der Welt" - am Ende der Welt, weit abseits 
Oschbäbes  Schimpfwort, Herkunft: von einem bestimmten Körperteil , auch für Blödmann, Dummkopf 
Ooschschtiewel   Stiefel, die bis zum Gesäß reichen, bei Hochwasser erforderlich 
ouskimmlisch, ouskimmlisch genoch  genug, genügend, von "auskömmlich" 
Palaawa  Aufsehen, Aktion 
Pannestillsche  Kleinstkind 
Pannz  Bauch, kleiner Junge, die Pännz = die Kinder 
Peedsche  Pfad, Weinbergsweg 
Perrsch  Gestell, Stall, Käfig, Kiste, Krumberperrsch = Kartoffelkiste 
Petschgeis  Zecke 
Petz  Pfütze, Lache  
Peyn  Schmerzen, von "Pein" 
Piddasillisch  Petersilie 
Piedche  kleines Töpfchen 
piedele  herumstochern 
piesagge  quälen, Herkunft wahrscheinlich vom Namen der Knochenflickerfamile Pies vom Hunsrück 
pingelisch  kleinlich, genau 
Pinn  Stift, Schuhnagel 
Pinn spille  mit dem Pinn spielen, Kinder- und Jugendlichenspiel mit einem Schlagstock und einem zwieseitig angespitzten Holz, dem Pinn, der mit dem Stock geschlagen wurde und dann über möglicht große Entfernung fliegen musste 
Pinnedipper  Schuster 
Pinneschoh  Nagelschuhe für den Weinberg 
Pirade  Piraten, Kaimter Piraten, Spitzname für die Bewohner des Stadtteils Kaimt, welches gegenüber der Altstadt am Fuß des Barl liegt, den Kaimtern sagen die Zeller gerne wildes Gebahren zu, wozu die Kaimter allerdings auch durch die Verkörperung ihres Horgas stehen 
pispere, pisperisch   flüstern, leise sprechend 
Pissboahr  Nachttopf 
Pläät, Pläädes  Glatze, "Pläätekopp", Glatzenkopf 
plagge  schwer arbeiten, "schwea Plaggeräij" = schwere Arbeit, auch für hinfallen, "äh is hingeplaggt", er ist hingefallen 
plem plem  dumm, nicht richtig im Kopf 
Plümmo  Federbett, von plumeau (franz.) 
Plunder  Gerümpel 
Poat  Pforte, in Zell ehem. südl. Stadttor Richtung Trier 
Pont  Fähre 
posse  pfropfen, Pflanzen veredeln 
Pränk  kleine Bütt, welche beim Anstechen des Fasses den überlaufenden Wein aufnimmt 
Pretschesbox  Hose, unten eng, um die Hose in die Stiefel stecken zu können oder um Gamaschen anziehen zu können, ähnl. Reiterhosen 
Puhdel  Pfütze, Jauche  
puhdelnaas, plätschpudelnaas   durch und durch nass (vom Regen) 
Quant  Junge, Bübchen, "en klahne Quant" = ein kleiner Junge 
Quetsch, Quetsche   Zwetschgen, "Quetscheschmeer", Zwetschgenmarmelade, "Quetscheschnaps", Zwetschgenschnaps  
Quetschbäidel  Ziehharmonika, von "Quetschbeutel" 
Quigat  Geizhals 
Radau  Krach 
raggere  rackern, schuften, schwer arbeiten, abgeraggert = abgeschuftet 
Raitz  Kiepe, Hotte, Rückentrage 
Ramittche  Marmitte (franz.), Essenträger, auch "Marmittche" 
Rämmbes  Bauch, i. d R. dicker Bauch, "dä hott sich dä Rämmbes voll gefrähs", der hat sich den Bauch voll gefuttert 
rännsele  herumlaufen, flanieren 
Ranze  Schultasche zum Tragen auf dem Rücken, auch dicker Bauch, auch "Schularanze" 
Ratzefummel  Radiergummi 
redereere  zurück gehen, zurück ziehen, von retirer (franz.) 
Remmel, Rimmel   Regenwasser abweisender Sand- und Steinhügel im Weinberg, auch Hang, Abhang, Hügel 
Retschradel  Bremseisen, an schwer beladene handgezogene Karren, die "Rodelskoar", wurde hinten ein Balken angebracht, der den Boden berührte, zum Bremsen bei Talfahrt aus dem Weinberg wurde die Karre an den Holmen mehr oder weniger leicht oder kräftig nach oben gezogen, so dass der Balken durch die dann festere Bodenberührung als Bremse funktionierte, notfalls standen einige Leute hinten auf dem Balken, um den Druck zu erhöhen, damit sich der Balken nicht zu schnell abnutzte, wurde am Ende mittels Befestigung über einen Bolzen oder kräftigen Nagel ein "Retschradel", ein Rutschrad angebracht, dieses Rutschrad wurde oft aus einem alten abgenutzten Hufeisen hergestellt, Kinderlied: "En Rrrrrretschradel ("R" lange gerollt) homma all an uhsa Rodelskoar (oder an der "Moadeskoar") = Ein Rutschrad haben wir alle an unserer Radkarre (Marktkarre) 
Richthaller  Messlatte 
Riesda, Riesdasche   Schuhflicken, kleiner Schuhflicken 
rietze  warmhalten, "Wo kimmst dou Soupannz daweile her geflohre? Eich mos hei stunnelang dat Ähse rietze..." - Wo kommst du Saukerl jetzt her (geflogen)? Ich muss hier stundenlang das Essen warmhalten!" 
Riewelcha  Hautabrieb 
Riewisch  Straßenabschnitt zwischen Corray und Merl  
Riewischmännche  kleiner Geist, der in Riewisch lebt 
rigohle  umgraben (im Weinberg) 
rodaschellisch  wackelig auch verbraucht 
Rodelskoar  handgezogene einachsige Karre, auch "Moadeskoar" = Marktkarre, die hinten zum Bremsen bei Talfahrt aus dem Weinberg oft mit einem Balken mit angebrachtem "Retschradel", einem Bremseisen, ausgestattet war 
rosdisch Hoar   rote Haare 
Rott, Rottnelles   Eisenbahnarbeiter, die Kinder sangen den Moseltalbahnarbeitern zu, um sie zu ärgern: "Die Rott, die Rott, die schafft sich noch kabott", auch für Forstarbeiter, es soll auch den Ausdruck "Knolleköpp" gegeben haben 
Rotzbäsch  kleiner Fisch mit Stacheln auf dem Rücken, die Kinder haben sich einen Spaß daraus gemacht, hier einen Korken aufzustecken, so dass der Fisch nicht mehr untertauchen konnte, auch "Sellbäsch" 
Rotznoosewääda  unfreundliches schmuddeliges Wetter mit Nieselregen, "do lääst ma kaane Hund fia die Dia" = da läßt man keinen Hund vor die Türe 
roulisch  wild 
roulisch Wähda  schlechtes Wetter 
Rouschdebäidel  wilder umtriebiger Junge 
Rummel  Rübe, auch verächtlich für "Kopf" 
Ruudau  Rotauge, genießbarer Moselfisch 
Ruusekranz  Korkenzieher, von "Rosenkranz" 
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