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Zeller Mundart - Zeller Platt


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h-l

Häb  Schlagmesser 
Häbestädter  die Zeller, werden so von den Nachbargemeinden spöttisch genannt 
hähh? (kurz und scharf gesprochen)  wie bitte
Hainzelmännche  kleine Hausmacher Wurstringe von Blut- und Leberwurst  
Haisprengat, Heischreck, Huhhepper  Heuschrecke, Grashüpfer 
Hamm, Zeller Hamm   Moselschleife bei Zell, von "Hamm" (germ.) = Schinken, der "Zeller Hamm" hat die Form eines Schinkens  
Hämmschoh  Wagen-, Radbremse, wird talseits unter dem Rad angebracht, um Wegrollen zu vermeiden 
Häwwe, Häwweschnaps  Hefeschnaps, aus den Hefebodensatz bei der Weinherstellung gebrannter Schnaps, etwas für Liebhaber, nicht mit "Trester" (siehe unten) zu verwechseln 
hebbe  springen, hüpfen, "huhhebbe" = hochhüpfen 
hegge  heben, hochheben 
heh  hallo 
Henkelmann  Essenträger 
hennaweats, hennafotzisch  hinterhältig 
hennischdofeedisch  von hinten nach vorne; verkehrt herum 
hermedisch  überdrüssig 
Herrgottsengel  Marienkäfer 
Hillisch  Polterabend, vor der Hochzeit wird vor dem Haus des Brautpaares, meist bei der Braut, gepoltert, in Zell auch "schläiwe" = schleifen, genannt 
Himm  Hemd 
Hixel  Seitenwanderhöhung beim Erntewagen 
Honnnekawwie  Hahnenkaffee, Kaffeeklatsch der Winzerinnen nach Abschluss des Rebenbindens im Weinberg  
Hornochs  "Hornochs" im Sinne von "du Hornochse", Schimpfwort für jemanden, der mit roher Kraft nichts oder das Falsche erreicht 
Hossbes  Depp, ein doller Mensch, auch Ehemann 
Hott  Rückentrage der Winzer 
Hotzelheck  hintere Straße, die parallel zur Schloßstraße verläuft 
Hubbe  Höhe, Bergkuppe, Haufen  
huddel, huhdele  oberflächlich arbeiten 
huddisch  schnell, flott, hurtig 
Huhpisser  Hochstapler, Angeber 
Huhwaasa, Huhmuusel   Hochwasser, hohe Mosel, Sprüche: "dat Looda well imma widda ous em Bett" = das Luder will immer wieder aus dem Bett heraus, "gugge kumme dorf se, awa net esu fiawitzisch säin" = gucken darf sie, aber nicht zu vorwitzig sein" 
Huhwaasawääda  Hochwasserwetter, Sturm und Regen im Herbst und im Winter, was in der Regel Moselhochwasser mit sich bringt 
Hunnsbuggel  Hunsrück 
hutsche  sitzen, hocken, "hutsch dich!" = setz dich! 
iewa  über, verdorben 
imstrebbe, imzehje  umziehen, Kleider wechseln 
Inkbritt  flache Holzbütt 
japse  nach Luft schnappen, kurzatmig sein 
Kaamt  Zeller Ortsteil auf der linken Moselseite, keltischer Ursprung, (Zell wurde von den Römern gegründet), vollkommen eigener Dialekt mit ganz anderer Aussprache als das Zeller Platt, siehe: www.storkie.de mit Vertonung  
Kaawe  Rebstockwurzeln 
Kaduun, Kawumm   Schwung, Kraft 
kagge  Stuhlgang haben 
kahle Mettwoch  Buß- und Bettag, an diesem ehemaligen evangelischen Feiertag wurde gerne der "Neue" in den Kellern direkt vom Fass probiert 
Kamelle  Bonbons 
kamelle, zoh   etwas zu sagen haben, "dä hott näist zoh kamelle" = er hat nichts zu sagen 
Kapp  Mütze, Kappe, "näwa dea Kapp laufe", neben der Mütze laufen, nicht richtig im Kopf sein  
Kappes  Weißkohl, "ruude Kappes" ist Rotkohl, auch für Unsinn, Blödsinn, "dä reed Kappes", der redet Unsinn 
karo ähnfach  ganz einfach 
Katzoff  Fleischer, Schlachter, Metzger, aus dem Jüdischen  
Kawennsmann  schweres Teil, schwerer Brocken, schwerer Stein 
Kawwieblech  Kaffeeflasche aus Metall, i.d.R. Aluminium, früher auch Emaille, auch stoffummantelt, Vorläufer der Thermoskanne 
Kawwiedaalche   kleines Gebäckstück, "Teilchen"  
Kawwievisit  Kaffekränzchen, von "visite" (franz.) = besuchen 
Keeje  Kirschen  
Keelestohd  frühere Bezeichnung für den "Lindenplatz", von "Kegelbahn", Moselstraße in Zell zwischen kath. Kirche und Haus von Lothar Bremm, früher Hotel Amlinger, später Kessler 
Kehr  Weg, der im Anstieg auf den Berg durch die Weinberge oder durch ein Bachtal führt, "Zeller Kehr", "Corrayer Kehr" 
Keldalous  "Kelterlaus", Beule am Kopf, wenn man gegen den Schwengel (Pumphebel) am Kelter gestoßen ist  
Kennaschees  Kinderwagen 
kermse  husten mit Schleimauswurf  
Kieschtsche, Keeschtsche   Endstück vom Brot, auch "Knoartze" 
Kinkalitzja  Kleinigkeiten 
klaue  stehlen 
Klääfosch  Klebarsch, jemand der (aus der Wirtschaft) einfach nicht nach Hause gehen kann 
Kläpp  Schläge, "dä kreet Klepp", der kriegt Schläge, er wird verhauen 
Klempsche, Klempscha   Bonbon (s), von "Klumpen" 
klenne  nach der Weinlese Resttrauben abernten, wurde früher oft von NIchtweinbergsbesitzern, oft von Kindern, legitim als Nebenerwerb im fremden Weinberg nach der Lese betrieben 
Kletsch  kleiner Moselfisch, zum Verzehr zu klein 
Kligga  Murmel, Spielkugel, auch "Märwel", "Kligga spille" = mit Murmeln spielen, die Kinder versuchten die Murmeln bei einem Abstand von ca. 2 Metern möglichst direkt in das "Märwelekäijlsche" (kleine Vertiefung im Erdreich) zu werfen, wenn dies nicht gelang, mussten die Murmeln mit gekrümmtem Finger so lange weiter "geschubst" werden, bis sie endlich im "Käijlsche" waren 
Klimbakasde  Klavier, Klimperkasten 
Klousta  Schloss, Bügelschloss  
klucksisch Hohn   brütendes Huhn 
Kluhster  Krankenhaus von Zell, von "Kloster"  
knaatsche  jammern, "Knaatschkopp" = Jammerlappen 
knaidele  nörgeln, meckern 
Knaideler, Knaideloosch   Nörgler, Meckerer 
Knäipche  kleines Messer 
knättsche  beim Essen unapetittliche Geräusche erzeugen  
Knepp  Knoten 
Knoartze  Reststück, Endstück vom Brot, auch "Kieschtsche" oder "Keeschtsche" 
knoddere  meckern, nörgeln 
knouserisch, knuschdisch, knuschdarisch, koarisch  geizig, "koarischa Hund", geiziger Mensch 
Knubbe  Beule 
Kokolf  Amsel 
Koorscht  Hacke 
Koul, Käijlche  Vertiefung, kleine Vertiefung, Grube, Kuhle  
kraische  weinen, heulen 
krakehle, kragiele   laut und unflätig schimpfen 
Krebbeschesser  Spitzname für die Bewohner der Vorstadt Corray (zwischen Altstadt und Merl), am Moselufer gab es aus Zeiten vor der Moselkanalisierung zahlreiche Krippen, lange vom Land aus Richtung Moselmitte führende künstlich aus Steinen gefertigte Landzungen, die Corrayer, sagt man, wenn man sie ärgern wollten, haben dort ihre Notdurft verrichtet, eigentlich eine saubere Angelegenheit mit natürlicher Wasserspülung 
Krembel  Sachen, Angelegenheiten, "dä ganze Krembel gieht ma off die Rummel" = die ganze Angelegenheit steigt mir zu Kopf 
Kressdaach  Weihnachten, von "Christtag" 
Kriedele, kriedelisch   Unbehagen, "äich krehn die Kriedele" = mir wird es unbehaglich, ich kriege die Krise, unbehaglich 
Kriewe, Kriewele  Speckstückcken in ausgelassenem Schweinschmalz ("Krieweschmalz")  
Krobbatt  kleiner Kerl, "en klaane Krobbatt", von "Krüppel" 
Krohm  Kram, Sachen 
krombelisch  verknautscht 
Krombereschnittscha  Kartoffelschnitten, Kartoffelpuffer, Reibekuche 
Kromberperrsch  Kartoffelkiste 
Krombier, Krombere  Kartoffel, Kartoffeln 
Kronne  Wasserhahn 
Kroud robbe  jäten, Kraut ausrupfen 
Krouder, Kroudela   Krämer, Kleinkrämer, engstirniger Mensch 
Krummes  Krummmesser, krummes Winzermesser 
Krutsch  Frosch, von "Kröte" 
Kubbe  Haufen, Hügel, "Moldaiewelkubbe" = Maulwurfshügel, "Säischoamesekubbe" = Ameisenhügel  
Kumma, Kimmasche  Gurke, Gürkchen 
kunnisch  kundig, weise 
Kuseng  Vetter, von "Cousin", (franz.) 
Laaf  Laube, hier: Platz am "Schwarze Katz Brunnnen", (unna da Laaf" = unter der Laube am "Schwarze Katz Brunnen" 
Läbbdaach, ze   zu Lebzeiten, "all ze Läbbdaach net", zu Lebzeiten nicht, niemals  
Labbes  Taugenichts 
Laie  Dachschiefer 
Laiekoul  Schiefergrube 
Läiskoul  Stelle zwischen Hals und Hinterkopf, von "Läusegrube", die Grube, das Grübchen, wo sich am Hinterkopf die Läuse sammeln, was früher nicht unbedingt eine Seltenheit war, "eich hauen dir off die Läiskoul", ich schlage dir auf den Hinterkopf 
Lamberie  Fußleisten (aus franz.) 
lange  ausreichen, genügen, "dat langt aweile", das reicht jetzt, auch für anreichen ("onlange"), auch für Hiebe verteilen, "dou krehs ahn gelangt", du kriegst einen Schlag auf die Wange 
langs  vorbei, "loohs mich mohl langs!", lass mich mal vorbei! 
längs  neben, "längs von der Strooß", neben der Straße 
Läwwawuuscht  Leberwurst 
leedisch  leer, nichts (mehr) drin 
leck mich am Osch  leck mich am A... - hat in Zell nicht die negative Bedeutung wie andernorts, z. B. "leck mich am Osch, wie schien!" - "leck mich am A..., wie schön!" ist Ausdruck höchster Begeisterung 
letsche  Steine werfen, Steine ins Wasser werfen 
Lienabank  ehem. Ruhebank - inzwischen als Rekonstruktion wieder neu aufgestellt - unter einem Bogen der damaligen Moseltalbahnviadukte, "unna Binningisch", unterhalb vom Haus Binninger, Nähe Rathaus, hier saßen die alten Männer und erzählten sich was und logen dabei auch, daher "Lienabank", Lügnerbank, bei Dunkelheit war die Lienabank auch beliebter Treffpunkt von jung Verliebten, das Lienabanklied  
lo  da, dort, "lo leijt e", da liegt er  
Lombe  Lumpen, i. d. R. für unehrliche Menschen, Gauner  
Lombekräma, Lombesäckel  Lumpenkrämer, Lumpensack, Lumpenhändler, unehrlicher Mensch, Gauner 
Lookuss  Toilette, Klo, von "lokus", der Ort (lat.) 
louder  allerhand, viel, viele 
Lousert, Lousjung   vorlauter, frescher Junge 
loustere  hören, zuhören, als angehender Vater samt Familie auf die Geburt eines Kindes warten 
Luh  Lohe, Gerblohe von der Eichenrinde 
Luhbrand  geschälte Eichenrinde, welche als Brennholz gebraucht wurde 
Lumbatius  Gauner, von "Lump", ein solcher als "Heiliger" hochstilisiert 
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