Keltische Weingelage jährlich im August in Zell-Kaimt
„Wein, Weib und Gesang Und das ganze ein Leben lang Wenn das nicht mehr wär´ Ich armer Tor Dann wär´ mir Angst und Bang Ja dann wär´ mir Angst und Bang.“
So oder so ähnlich muss es geklungen haben, wenn die alten Kelten sich einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen, dem Leeren von Weinkrügen und Weinschläuchen hingaben und rauschende Feste feierten. Da wurde gesungen, getanzt und gelacht…und eben auch getrunken!
Erleben Sie dieses altertümliche Flair auf dem alljährlich stattfindendem Keltischen Weingelage in Zell-Kaimt an der Mosel. Hier geht drei Tage lang wieder „rustikal“ zu, mit allerlei Getümmel, Spaß und Musik.
Anlässlich der Eröffnungsfeier liefern sich die Kelten die "Horgar's" gemäß dem alten Brauch ein heißes Gefecht mit den Römern vom anderen Moselufer. So wie es einst die Römer versuchten, mit Nachen in die Kaimter Gefilde des Keltenfürst „Horgar“ überzusetzen, was ihnen aber nicht gelang. Ganz so eng wird die Sache heutzutage aber nicht mehr gesehen werden, denn Römer und Kelten sollen zusammen feiern dürfen frei nach dem Motto: „Schlaget an das erste Faß
Denn der Wein schlichtet größten Haß Er benebelt die Sinne Und schlägt auf die Stimme Aus jedem Tenor wird ein Baß.“
Am Samstag und Sonntag jeweils ab 11 Uhr werden die Kaimter Winzer mit moseltypischen Gerichten wie z.B. Tresterfleisch oder Moselfisch für das leibliche Wohl sorgen. Nachmittags ab 14 Uhr gibt es dann Kaffee und Kuchen. Und dass der Wein aus der bekannten Weinlage der "Zeller Schwarze Katz" in Strömen fließt, muss bei dem klangvollen Namen des Festes wohl nicht extra erwähnt werden.
Selbstverständlich wird Live-Musik das Fest bereichern, so dass es zu guter Letzt heißen mag:
„Mannen hebet an den Kilt Für die Weiber ein lustiges Bild Doch wer sich nicht traut Weil er klein ist lieber schaut Verstecke sich hinter sein Schild!“
Zum Festabschluss am Sonntag, ab 19 Uhr, zieht dann die Keltengruppe mit ihrem Keltenfürst Horgar um die Straßen von Kaimt. Am Samstag und Sonntag ist jeweils das Promille-Schiff von/bis Pünderich, Briedel sowie von/bis St. Aldegund, Alf/Bullay unterwegs.
Zur Historie Das "Keltische Weingelage" basiert auf einem bewegenden Ereignis aus längst vergangenen Tagen: 40 v. Chr. wurde ganz Germanien, bis auf den keltischen Teil "Kaimt" von den Römern besetzt. Der Kaimter Keltenfürst Horgar, genannt "Dä Vorrwähjene", beriet sich aufgrund dieser prekären Lage mit seinem Ältestenrat und richtete seine gewaltige Stimme gen `Zell "Heh, ihr Römer enn Zell, kummt emol eriewer! Unn da get emol getronk!" Die Römer kamen. Doch anstatt mit Waffen wurden sie mit einem Fuderfaß Kaimter Wein begrüßt. Die Römer durchschauten die geschickte Kriegstaktik des Horgers nicht und es ward ein Faß nach dem anderen geleert, bis die Wirkung des Weines das Seine dazugab. So kam es zum ersten "Keltischen Weingelage" in Kaimt. Es dauerte drei Tage "drei Daag" lang. Nach mündlichen Überlieferungen fanden während diesem ersten Weingelage auch keltische Spiele statt, bei denen sich die Kaimter Kelten mit den Zeller Römern im Wettkampf gemessen haben sollen. Dank der taktisch klugen Kriegslist des Strategen Horgar kam es nie zu einem Feldzug zwischen den Römern in Zell und den Kelten in Kaimt.
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Horgar, der Keltenfürst
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Winzerbräuche - Hahnenkaffee
An der Mosel hat sich unter der Winzerbevölkerung von alters her eine Reihe von Gebräuchen erhalten, die dem Fernstehenden regstes Interesse abgewinnen. Es seien besonders zwei solcher Gepflogenheiten erwähnt, die des Moselwinzers derbfröhliche Art aufs beste beleuchten.
Wenn die durch Frauenhände zu verrichtenden Frühjahrsarbeiten in allen Weinbergen eines Winzers beendet sind, wenn also sämtliche Stöcke geschnitten und wieder gebunden, wenn pfeifende Märzlüfte und klatschende Aprilschauer überstanden sind, dann atmen die fleißigen Winzerinnen auf, dann gibt man der Fröhlichkeit Raum, dann wird „der Hahn gefangen“. – Was ist das? Am letzten Arbeitstage wird im letzten Weinberg ein Stock mit einem Tannenbäumchen gekrönt, das reich geschmückt ist mit lustig flatternden bunten Papierstreifen. Unter den Winzerinnen aber beginnt ein Krähen, wie es dem stolzesten Hahn des Dorfes nicht besser gelingt, und fröhlich singend ziehen unsere Leutchen nach Hause. Der nächste Sonntag versammelt sie in der Wohnung des Arbeitgebers um den reich gedeckten Tisch, und bei Kaffee und Kuchen und süßem Wein, bei Lachen und Geplauder, bei Lied und Scherz vergisst man die vergangenen saueren Tage. Vertreter des stärkeren Geschlechts tun gut, wenn sie sich von der feucht-fröhlichen Runde in ziemlich weiter Entfernung halten.
Der „Neue“ hat sich geklärt, und die Zeit des Abstichs ist gekommen. Im Keller arbeitet der Küfer, den sich der Winzer zu Hilfe genommen hat. Jedes Fuder wird umgefüllt in ein sauberes Faß, damit der Wein von der unten sitzenden Hefe wegkommt. Das ist die Gelegenheit, da man Freunde und Nachbarn zusammenruft, um mit ihnen die verschiedenen Nummern zu probieren. In regster Unterhaltung steht man zusammen, füllt und leert das Gläschen und merkt es nicht, wie der eine immer lebhafter, der andere immer ruhiger wird, bis zuletzt keiner mehr trinken kann. Dann zeigt es sich, dass August Kopisch recht unterrichtet war, als er in seinen „Heinzelmännchen“ schrieb: „Es trank der Küfer, bis er niedersank“, und mancher ist beim hohlen Fasse eingeschlafen. Nicht immer wierd´s so schlimm. Ein „weingrüner“ Moselaner stellt seinen Mann, und eine bedachtsame Hausfrau sorgt dafür, dass die Kellergeister nicht allzu große Macht über die Zecher gewinnen. Sie hält einen kräftigen Imbiß, Brot, Wurst und Schinken, bereit und bietet dem Alkoholgespenst ein wirksames Gegengewicht. – Wenn man bedenkt, dass der Abstich des Weines im ganzen Dorf um dieselbe Zeit vorgenommen wird, wenn man weiß, dass gerade in den kleinen Orten Freundschaft und Nachbarschaft recht hoch gehalten werden, dann kann man auch verstehen, dass gerade in diesen Tagen bei manchem Winzer ständig Feiertag ist, und dass es in gewissen Zeiten – gewöhnlich ist es im Winter, wo man nicht viel versäumt – des Zechens und Singens kein Ende nehmen will. – Den Freundschaftsbesuch im Keller nennt der Volksmund von alters her „auf den Lederwein gehen“, jedenfalls deshalb, weil in früheren Jahren statt der jetzt üblichen Schläuche aus Gummi solche aus Leder benutzt wurden.
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Hahnenkaffee
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